Titel der Veranstaltung:
Märchen und Mythen
von links:
Ulrich Schepers, Reinhard Gerding, Angelika Matthaei, Brigitte Beyer-Kisker, Kurt Kösters, Iron Kösters
Westfälische Nachrichten
Saerbeck, 28.11.2016
Märchenhafter Abend mit Musik und Gruselgeschichten im Bürgerhaus
„Es war einmal…“, so beginnt fast jedes Märchen aus Kindertagen. Doch bedarf es nicht zwangsläufig dieser Introduktion, um dem Genre anzugehören. Davon konnte sich das Publikum am
Freitagabend im voll besetzten Bürgerhaus selbst überzeugen. Dort ging es nämlich herrlich mythisch, mystisch und märchenhaft zu, als das namhafte Rezitatoren-Duo Kurt und Iron Kösters die Zuhörer in
die Welt der Feen und Kobolde, aber auch der Fantasie mit unglaublichen Geschichten entführte.
Passend zum Thema zog die Märchenerzählerin Brigitte Beyer-Kisker aus Ladbergen mit blumigen Wortranken jeden einzelnen in ihren Bann. Bei Kerzenschein und schummriger Atmosphäre „gehen wir zusammen
auf die Reise zu den Elfen…“, versprach die stellvertretende Bürgermeisterin Annegret Raffel.
Mit ihren historischen Instrumenten ließen die Musiker beim „Ballo del Fiore“ von Fabritio Caroso die Blumen tanzen. Charmant und absolut textsicher deklamierte Kurt Kösters, wie immer auswendig, Werke von Novalis und Theodor Fontane.
In dem schottischen Märchen „Tam Lin“ tauchte Brigitte Beyer-Kisker in das Reich der Feenritter ein, wo Fluch, Liebe, Befreiung zu guter Letzt zum Happy-End führten.
Wie realistisch Iron Kösters Heinrich von Kleists „Unwahrscheinliche Wahrhaftigkeiten“ vortrug, brachte so manchen zum Grübeln.
Während musikalisch noch der Zauber des weißen, lieblichen Schwans in Jaques Arcadelts „Il bianco e dolce cigno“ den Raum erfüllte, wurde es literarisch zunehmend gruseliger. Grandios interpretierte Kurt Kösters Heinrich Heines „Belsazar“, sodass sich emotional niemand der Flammenschrift entziehen konnte.
Das eindrucksvoll musizierte Lied „Der König von Thule“ brachte aber nur kurze Erleichterung. Das Kösters Vater-Sohn-Gespann verbreitete weitere Unheimlichkeiten mit Eduard Mörikes „Der Feuerreiter“ und Conrad Ferdinand Meyers „Die Füße im Feuer“ bis der absolute Gruselfaktorhöhepunkt erreicht wurde.
In Guy de Maupassants „Die Hand“ erzählt ein Richter, dass sein Nachbar, der Engländer Sir John, die abgehackte Hand seines Erzfeindes in seinem Salon aufbewahrte. Nach einiger Zeit wurde er
ermordet aufgefunden und die Hand war weg. Es sah alles danach aus, als ob er von selbiger getötet worden sei. Der Fall ist niemals aufgeklärt worden. Iron Kösters schlüpfte perfekt in die Rolle des
Richters. „
Damit es auch noch ein wenig weihnachtlich wird, kommt jetzt „Advent“ von Loriot“, kündigte Kurt Kösters mit einem süffisanten Lächeln an. Jeder, der die Geschichte vom Mord des Försters, den seine
Frau an-schließend nett zerlegt und zu Weihnachtspäckchen verarbeitet hat, weiß warum. Ein gelungener, niveauvoller Abend, der mit viel Applaus honoriert wurde.
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